
| Was gibt es Neues in der Teppichwelt – und wo? - und wann? |
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Auf dieser Seite möchten wir Sie über aktuelle Ausstellungen, Bücher und Messen informieren. Sie soll auch ein Kommunikations-Forum sein für Ihre Fragen, Wünsche und Anregungen.
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Die bahnbrechende Ausstellung „Der Glanz der Himmelsöhne“ im Ostasiatischen Museum in Köln 2005/2006 hat den Blick auf die Teppiche Chinas maßgeblich verändert. Die erstaunliche Geschichte dieser Kunst manifestiert sich in einzigartigen, kunsthistorisch bedeutenden und höchst dekorativen Objekten unserer Ausstellung. Buchempfehlung: Katalog „Glanz der Himmelssöhne – Kaiserliche Teppiche aus China 1400 – 1750, Museum für Ostasiatische Kunst, Köln 2005. | ||||||||
Im Gegensatz zu orientalischen Teppichen ist die Geschichte des Europäischen Boden-Teppichs nur wenig bekannt. Die Verkaufsausstellung bietet die Möglichkeit, sich mit einer spannenden Ausformung europäischer Interieur-Kultur vertraut zu machen.
Zur Kunstgeschichte des Aubusson-Teppichs: Die Manufaktur für Bodenteppiche in Aubusson / Frankreich wurde 1743 durch ein Privileg des französischen Königs gegründet. Ihr war aber schon eine lange Tradition der Wandteppich-Wirkerei vorangegangen. In den Ateliers wurden danach mit derselben Technik, dem Wirken, sowohl Bildteppiche für die Wände, als auch Boden-Teppiche gefertigt. Sie waren meist für den königlichen Hof in Paris oder die Hocharistokratie bestimmt. Im späteren 18. Jahrhundert und im 19. Jahrhundert setzten sich bei den gewirkten Teppichen die typischen französischen Dekorationsformen durch. Die Ornamente folgten den jeweiligen Stilen des Louis XVI, des Empire und des romantischen Historismus unter Karl X, Louis-Philippe (1815-1850) und Napoléon III. (1850-1871). Einen besonderen Aufschwung erlebte die Manufaktur unter Napoléon I., der in größtem Umfang Aubusson-Teppiche für die kaiserlichen Paläste wie Versailles, Fontainebleau und die Tuilerien orderte. Viele befinden sich heute noch dort, ebenso in den bedeutenden Museen wie dem Louvre und dem Musée Nissim de Camondo in Paris sowie privaten Sammlungen. Aubusson-Teppiche wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts in die Raumdekoration gehobener bürgerlicher Haushalte integriert und nach ganz Europa exportiert. Mit dem Ende der Kaiserzeit Napoléons III., um 1870, neigte sich auch die klassische Phase der Manufaktur Aubusson ihrem Ende zu. Einige Highlights kreierten berühmte Designer in der Zeit des Art Déco, die heute besonders gesucht sind. Zur Technik: Die aufwändige Technik ist bei den Bodenteppichen dieselbe wie bei Wand-Tapisserien („Gobelins“): sie werden „gewirkt“, eine Technik, die zwischen Weben und Sticken anzusiedeln ist. Wie beim Weben gibt es einen Webstuhl mit gespannten, vertikalen Kettfäden, durch die dann von der Seite her die farbigen Schuß-Fäden gezogen werden. An den Farbgrenzen ergeben sich entsprechend „Schlitze“, die durch Handstiche geschlossen werden. (Ähnliche Technik auch bei Kelim-Teppichen). Es werden nur Pflanzenfarben verwendet. Aus der Tradition der Bild-Tapisserien ergab sich für die Aubusson-Bodenteppiche eine unglaublich vielfältige Farbpalette mit feinsten Nuancen. Die Teppiche wirken deshalb sehr lebendig. Aubusson bei Setareh & Söhne: Alle bei Setareh & Söhne gezeigten Teppiche stammen aus den kreativen Epochen vom späten 18. bis zum späten 19. Jahrhundert sowie dem Art Déco. Neben der kunsthistorischen Bedeutung und der ästhetischen Schönheit ist auch der Erhaltungszustand der Teppiche von großer Wichtigkeit: sie müssen von den Besitzern „belebt“ werden können und keine unberührbaren Museumsstücke darstellen. Dies fordert eine hohe Qualität, die wir in allen gezeigten Objekten garantieren können. Auf Grund ihrer klaren Struktur harmonieren Aubusson-Teppiche sowohl mit „klassischen“ Antiquitäten, als auch mit puristisch-moderner Einrichtung. Buchempfehlung: Leider gibt es keine umfassende monographische Betrachtung der Aubusson-Teppiche auf dem gegenwärtigen Buchmarkt. Das Buch von Madeleine Jarry: The Carpets of Aubusson, Leigh-on-Sea (England), 1969, ist vergriffen. Immerhin ein ganzes Kapitel widmet dem französischen Teppich das Buch: Valérie Bérinstain u.a.:Teppiche, Tradition und Kunst in Orient und Okzident, Köln 1997, S. 225-277. | ||||||||